„Ihr wart unglaublich diszipliniert und habt extrem gut mitgearbeitet, trotz des knüppelharten und sehr anstrengenden Programms!“ Dieses Lob spendete am Ende der Reise der erfahrene Jugendoffizier und Leiter der Q plus-Fahrt zur „Internationalen Sicherheitspolitik – Pol&IS“, der Hauptmann der Bundeswehr, Gerrit Hohmann. Die 21 Teilnehmer selbst (7 w, 14 m) zeigten sich enthusiastisch über das sehr dichte, sehr „geheime“, sehr informationsreiche Programm, z. T. aber auch erschöpft von den sehr dichten Events, Besuchen und Vorträgen.
Hier ein kurzer Reisebericht zur Information der interessierten Leser. Am Anreisetag, Dienstag, 01. 05. 2012, dem Feiertag „Tag der Arbeit“, trafen sich 14 Teilnehmer am Hansenberg am BW-Bus zur Abfahrt um 15 Uhr gen Kiel. Unser Busfahrer Harry Briel zeigte sich gut gelaunt und verstaute das Gepäck. An Zwischenstationen an der A 5, Rasthof Reinhardshain und am Hauptbahnhof Kiel stiegen weitere Teilnehmer zu, sodass wir mit 21 Personen gegen 24 Uhr in der Kaserne in Kiel „vollständig angetreten“ waren.
Die erste Begrüßung durch Frau OLt zS Ulrike Harz (Oberleutnant zur See) und Herrn OSB Thomas Struß (Oberstabsbootsmann, ein militärisch sehr ehrwürdiger Titel) war freundlich und knapp, präzise, militärisch korrekt. Wir erhielten Zimmereinteilung und Bettzeug und bezogen in der Kaserne der Marine in Kiel die „Unterkunft Haus ARCONA“. Am 1. Besuchstag, Mittwoch, 02. 05.mussten wir schon um 06 Uhr zum Frühstück in der Truppenküche Kiel antreten, denn um 07:15 Uhr hatte Hptm. Hohmann (Hauptmann der Luftwaffe) uns schon zum 1. ungeplanten, spontanen „Zusatzbesuch befohlen“, beim Minensuchboot „Bad Rappenau“. Gegen 08:30 Uhr hieß es von Frau OLt. Harz „Wir verlegen mit BW-Bus von 09:00 – 11:30 Uhr zum Vortrag mit Besichtigung des SEK M (Sondereinsatzkommando Marine) nach Eckernförde – Abkürzungen sind beim Militär sehr beliebt! Dies war sicher ein erstes Highlight der Reise: Alle Teilnehmer mussten sich „zum Entern eines Piratenbootes von einem Hubschrauber auf ein Bootsdeck abseilen“. Ein spannendes Erlebnis, das zur sportlichen Herausforderung „ausgebaut“ wurde. Und durch den spontan erfüllten Wunsch für das Passieren des sportlich anspruchsvollen Parcours mit Sportstationen (natürlich im BW-Stil) war dies für die teilnehmenden Jungs und Mädels ein tolles Erlebnis. Mittagessen dann in der Truppenküche Eckernförde. Weiter ging es stramm organisiert nach erneuter „Verlegung“ von 13:30 – 14:30 Uhr zur Besichtigung des Minenjagdboots „HERTEN“ in Kiel sowie (besonders geheim) der nigel-nagel-neuen Korvette F 264 „Ludwigshafen“, die „2012 in Dienst gestellt werden soll, aber noch fertig gestellt werden muss“, mit modernster Technik, die wir (da streng geheim) nicht fotografieren durften. Die anschließende Besichtigung eines modernen U-Boots zeigte sehr anschaulich, wie eng und hart es im Dienst für die Marinesoldaten unter Wasser zugeht. Die Fahrt in einem U-Boot- Simulator in getrennten Gruppen war sicherlich ein Highlight für alle Teilnehmer! Eine touristische Entspannung bot von 15:45 – 16:45 Uhr die Rundfahrt in der „Kieler Förde“ mit einer Barkasse der BW. Abendessen in der Truppenküche Kiel.
Statement Linda Pei und Miriam Stricker: Besonders erlebnisreich war die Bootsfahrt auf der Kieler Förde. Auf Grund des schönen Wetters war es möglich sich auf dem offenen Deck zu sonnen. Ebenfalls sind wir dankbar für das Engagement und die Rücksicht des Teams.
Das geplante „Special“, nach dem zuvor oft gefragt wurde, erwies sich als spannendes Gespräch mit OLt. Jens Hörold, Frau OLt zS Ulrike Harz und Hptm. Gerrit Hohmann über die Rolle der Bundeswehr als über den Deutschen Bundestag politisch geführtes Instrument im Rahmen der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik, der NATO, der EU 27 und der Vereinten Nationen. Dies erwies sich als weiteres nunmehr sicherheitspolitisch anspruchsvolles Highlight, da die Referenten souverän die Teilnehmer zur Sprache kommen ließen. Fragen über Fragen, sodass erst gegen 22 Uhr „… ich jetzt mal abbrechen muss, denn morgen ist ja ein langer Tag für uns Alle!“, so Hptm. Hohmann. Am 2. Besuchstag, Donnerstag, 03. 05., begann es erneut sehr früh, Frühstück um 06:00 – 07:00 Uhr in der Truppenküche Kiel. Danach wieder „Verlegung“ mit dem BW-Bus zum Vortrag mit Besichtigung der Marineschule Mürwik bei Flensburg von 09:30 – 12:00 Uhr. Da der Termin vor Ort aber später beginnen sollte bekamen wir noch eine touristische Rundfahrt durch die sehr schöne Stadt Flensburg dazu geschenkt. Danke an den Busfahrer für die schönen Erläuterungen der Schönheiten der Stadt „in Plattdütsch“! Wunderbar!
Die Marineschule Mürwik bei Flensburg (sehr nahe der Grenze zu Dänemark) ist in einem ehrwürdigen, aufwendig renovierten, architektonisch sehr attraktiven 120 Jahre alten Gebäude im historisierenden Kaiserzeit-Stil erbaut. 1907 unter Kaiser Wilhelm II eingeweiht (wegen der roten Backsteine oft als sog. „Rotes Schloss am Meer“ bezeichnet) diente es vorwiegend der Marine-Offiziers-Ausbildung. Heiße Diskussionen entspannen sich um die Begrüßung im historischen Saal der Marineschule, es war besonders der Bezug des Referenten auf die Tradition von „1939–1945 “, die die Gemüter der jungen Soldaten, Schüler und der Lehrers erhitzten. Hier könnte sich noch etwas politische Bildung und das Prinzip der „Inneren Führung“ und des „Staatsbürgers in Uniform“ moderner entwickeln.
Am Mittag um 13:00 Uhr wieder „Verpflegungseinnahme“ in der Truppenküche der Marineschule Mürwik und „Verlegung“ zum Vortrag im FlottenKdo MHQ (Flottenkommando Mil. Hauptquartier) im Schutzbau (= Bunker) in Glücksburg von 13:30 – 16:00 Uhr. Fregattenkapitän Frank Signus stellte souverän, humorvoll und kenntnisreich Grundzüge der aufgrund des Ruhens der Wehrpflicht notwendigen Bundeswehrreform vor. Besonders aber im Schwerpunkt die intern. Aufgaben, Leistungen und Aufträge der Marine im Rahmen der UN (z. B. UNIFIL vor der Küste von Libanon) und der EU (z. B. Atalanta vor Somalia bzw. dem Horn von Afrika) sowie weitere intern. Aufträge. Diese differenzierten Informationen waren sicher ein weiteres, tolles Highlight in der außen-, sicherheits- und wirtschaftspol. Erweiterung der Kenntnisse der Q plus-Abiturienten.
Abendessen dann von 16:00–17:30 Uhr in der Truppenküche FlottenKdo Mürwik. Am Abend von 19:30 – 22. Uhr Teilnahme am WTK des MMK Ostsee (= Wohltätigkeitskonzert des Marine Musik Korps) in Rendsburg. Ein schönes Konzert mit, na ja, halt etwas anderer Musik als gewohnt.
Dank der unermüdlichen Erfindungsgabe des JOffz Hohmann und der guten Beziehungen unserer Begleiter vor Ort, OLt zS Ulrike Harz und OSB Thomas Struß, konnten wir nach extrem dichtem Programm schon früher als geplant gen Hansenberg „verlegen“! Der Bus fuhr gegen 23:30 Uhr in einer für die Teilnehmer sehr angenehmen, Schlaf-reichen Nachtfahrt zurück, wo wir gegen 08:30 Uhr am geliebten „Berg“ sicher ankamen. Am 3. Projekttag, Freitag, 04. 05. war zunächst „ausruhen“ angesagt, denn das Programm war in der Tat „knüppelhart“, und die Erfahrungen und das neue Wissen mussten erst mal verdaut werden. Am 4. Arbeitstag, Samstag, 05. 05. erstellten die Teilnehmer in der ISH selbständig die Aufbereitung der Präsentation der POLIS Ergebnisse auf Informations-Postern im 2. Stock sowie eine Power Point-Präsentation für den nächsten Jahrgang am Mi., 23. 05. 12.
Paul Rauh, ISH- Q plus Projektleiter für E19_Ra_Pol&IS, am 05. 05. 12