Der Ursprung des Wortes Kreativität kommt vom lateinischen „creare“ = etwas neu schöpfen, erfinden, etwas erzeugen, herstellen“. Beim kreativen Gestalten nimmt also etwas Neues Gestalt an.
Neues entsteht, indem man Altes anzweifelt, indem man forscht, hinterfragt und weiter denkt, es entsteht durch Experimentieren, im künstlerischen, wie in anderen Bereichen. Das bedeutet: man verlässt ausgetretene Wege, verzichtet auf alte Sicherheiten, geht mit allen Sinnen auf Suche, lernt Sehen (sonst kann man nicht finden!), stellt neue Vernetzungen her, man lässt Visionen und Gefühle zu, spielt mit dem Zufall.
Im künstlerischen Bereich bedeutet dies ein Experimentieren mit Farbe, Formen, Material und Symbolen, mit klassischen Mal- und Zeichentechniken, Bildkompositionen, Ausdruck und Empfindung. So können einerseits abstrakte Bilder entstehen, andererseits können ganz realistische Motive kreativ dargestellt werden. Das heißt also nicht ab-Bilden, sondern vielmehr das Motiv hinterfragen (auf Licht und Schatten, auf Struktur, Stofflichkeit, Material, auf geschichtliche oder literarische Hintergründe, auf Detail-Ansichten, auf Farbeinflüsse…) Es entsteht eine neue Zeichensprache, über die wir mit dem Betrachter in Dialog treten.
Für die Umsetzung unserer Ideen und um Hindernisse (uns selbst, die Angst vor Neuem) aus dem Weg zu räumen, braucht es zunächst einmal Überwindung. Das Resultat hingegen stärkt unser Selbstvertrauen und lässt schnell die vielen Mühen vergessen. In Gemeinschaftsprojekten entwickeln wir Akzeptanz und Toleranz gegenüber den Ideen anderer. Gemeinsames Forschen in geschlossenem Rahmen gibt Sicherheit und führt schneller zum Erfolg. Andererseits macht es Misserfolg, der beim Experimentieren nicht ausbleibt, erträglicher.
Kreativität lässt uns unser Leben „gestalten“, anstatt getrieben zu werden.