Internatsschule Schloss Hansenberg

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Rugby

Rugby oder das Ende der Konfrontationspolonaise

Von den Kritikern gerne als Apotheose des Männlichkeitswahns oder einfach nur süffisant als „Konfrontationspolonaise“ belächelt, gibt es kaum eine andere Sportart, die in den letzten Jahren eine derart ausführliche Betrachtung durch die Wissenschaft erfahren hat. Warum? Vielleicht einfach deshalb, weil Rugby eine philosophische Grundhaltung offenbart, die man zunächst einmal nicht dahinter vermutet. Anlässlich der letzten Rugby WM 2007 brachte ein Artikel der FAZ das Phänomen Rugby auf den Punkt, es ist „in gewissem Sinne charakterbildend, weil es nicht zuletzt das Miteinander lehrt. Wo mit hohem Einsatz um den Ball gerungen wird, wo Männer – und auch Frauen – im Eifer des Gefechts wuchtig aufeinanderprallen, ist die Hilfe der Anderen unabdingbar. Wer in die Fänge des Gegners geraten ist, wer auf dem Boden liegt, braucht die prompte Unterstützung seiner Mitstreiter.“ Vielleicht mag die Wortwahl etwas unglücklich erscheinen, aber das Miteinander, die Unterstützung (engl. support) sind Schlüsselelemente des Rugbysports – nur gemeinsam lassen sich Erfolge erringen aber auch das Verlieren lernen. Dass Rugby ein zutiefst körperlicher Sport ist, bleibt unbestritten, aber gerade dadurch wird das Wir-Gefühl verstärkt, wer einmal das Sich-Voneinander-Verabschieden zweier Teams auf dem Feld gesehen hat, wie auch der Unterlegene mit einer „Gasse des Applauses“ bedacht wird, weiß um die Bedeutung des Wortes Respekt. Fairness und Respekt werden beim Rugby erlebt und bleiben nicht nur abstrakte Begriffe, schließlich werden Respektlosigkeit und grobe Fouls mit äußerster Härte geahndet und sind unter Rugbyspielern eigentlich auch verpönt. Was auf den ersten Blick nach roher Gewalt aussieht oder an antike Gladiatorenkämpfe erinnert, ist in Wahrheit eine kanalisierte Körperlichkeit, die in einem sehr engen Rahmen ausgelebt werden kann. Hinzu kommt noch, dass Rugby ein Sport ist bei dem ein sehr hohes Maß an Disziplin gefordert ist, nicht nur aufgrund eines sehr komplexen Regelwerkes, sondern auch weil jeder Spieler genau definierten Aufgaben hat, die er in der Verantwortung für das Team nach bestem Können zu erfüllen hat.

Insbesondere wegen der oben genannten Aspekte ist Rugby ein hervorragender Sport für Kinder und Jugendliche, viele Trainer erachten auch heute noch Rugby als vie en miniature. Somit bietet Rugby par excellence eine Plattform ganzheitlichen Lernens und trägt in hohem Maß zur Persönlichkeitsbildung eines jeden Einzelnen bei. Was einst als elitäres Gehabe englischer Privatschulen verschrien war, hat sich in den letzten Jahren radikal verändert. Rugby ist in vielen Ländern zum Vorzeigemodell sozialer Integration geworden, selbst hier in Deutschland, wo es immer noch das Dasein einer Randsportart fristet, sind mittlerweile Modelle (écoles) entstanden, deren oberstes Ziel es ist, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichsten sozialen Schichten zum Rugby zu bringen und darüber hinaus auch die Möglichkeiten von Rugby als Mittel zur Gewaltprävention zu erforschen.

Zeitungsartikel

M. rauschenbach

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