Internatsschule Schloss Hansenberg

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Nur die Nachtruhe beginnt ihnen ein bisschen zu früh

15. September 2003

Der Tag der offenen Tür in der Internatsschule Schloss Hansenberg fand viele Interessenten / Schüler hatten Heimfahr-Wochenende

Geisenheim. „Vielleicht kommen wir ja mal hochbegabte Enkel, und für solche Fälle kann man sich gar nicht früh genug informieren“, flachste Ingrid Schulze aus Johannisberg mit ihrem Schwiegersohn beim Tag der offenen Tür in der Internatsschule Schloss Hansenberg. Sie wollte sich wie viele andere Rheingauer und interessierte Eltern aus der weiteren Umgebung ein Bild von den Gebäuden machen. Über Ausstattung und Ausblick der Musterwohnung für je acht Schüler äußerte sie sich ähnlich begeistert wie zwei Mitglieder der acht Wohngruppen des Internats.

Anna-Maria Höhlein und Isabel Schick haben hier ein Zwei-Bett-Zimmer bezogen, obwohl ihre Familien in Wiesbaden beziehungsweise in Eltville leben, „um sich in der Gemeinschaft nicht zum Außenseiter zu machen.“ Die zwei gehörten zu den wenigen der insgesamt 69 Schüler, die am Samstag an der Veranstaltung in Geisenheim teilnahmen. Der Grund dafür war das „Heimfahr-Wochenende“. Das hatte man laut Auskunft des Sozialpädagogen pEkkhard Leppla deshalb so organisiert, weil der Presserummel in den vergangenen Wochen relativ groß gewesen sei. Außerdem müssten die Jugendlichen an jedem dritten Wochenende nach Hause fahren können, weil einige sehr unter Heimweh litten. Immerhin kämen die Jungen und Mädchen sogar aus Hamburg oder Stralsund.

Anna-Maria findet die mit Holzmöbeln eingerichteten Wohnungen „sehr schön und praktisch“. In der gemütlichen Gemeinschaftsküche habe sie sich mit ihren Mitbewohnern am Wochenende schon etwas gekocht. Auch für das Säubern der Räumlichkeiten seien sie selbst verantwortlich – ebenso für ihre Wäsche. Waschmaschine und Trockner stehen den mit je vier Waschbecken und zwei Duschen ausgestatteten Bädern. In den Zimmern verfügt jeder über einen Arbeitsplatz mit Internetanschluss, zwei verschließbare Fächer sowie einen Kleiderschrank, dessen Enge Isabell beklagte. Aber das sei bisher auch das Einzige, was sie nicht optimal finde: „Ich habe mich vom ersten Abend an hier wohl gefühlt und meine Eltern wider Erwarten nicht vermisst.“ Allerdings sei es nicht immer einfach, die Hausordnung ganz genau einzuhalten: „Abends um zehn Uhr soll die Wohngruppe allein auf ihrem Stockwerk sein und um 22:30 Uhr schlafen, aber es gibt doch immer noch etwas zu erzählen.“ Und ob die strikte Trennung von Jungen und Mädchen immer so aufrecht erhalten werden könne, bezweifelte die Schülerin mit breitem Grinsen. Die Mentoren im benachbarten Haus, in dem bereits zwei Sozialpädagogen und drei Lehrer fünf der insgesamt neuen Wohnungen bezogen haben, werden es feststellen.

Zu den Besonderheiten der Schule zählt Anna-Maria die vielfältigen Möglichkeit etwa zu Radtouren, Jogging, Basketball-Kursen oder Arbeitsgemeinschaften in Chemie und Physik. Sie könne so vieles machen, dass sie keinen eigenen Fernseher brauche, ihr genüge der Gemeinschafts-Fernsehraum im Schloss, in und an dessen Fassade nach wie vor noch einige handwerkliche Arbeiten anfallen. Von der dort untergebrachten Schülerbibliothek schwärmten Bernhard und Inge Bialas aus Bleidenstadt. Die Rheingau-Fans kommen seit Baubeginn etwa alle wei Monate, um sich über den Stand der Dinge auf Schloss Hansenberg zu informieren. Anfangs hätten sie befürchtet, die Schulbauten blieben ein Fremdkörper in der Landschaft, aber jetzt stellte sie fest, dass sich die „großzügige Anlage mit viel Grün und der breiten Treppe zum Schloß harmonisch ins Bild einpasst.“

Angelika Eder, Wiesbadener Kurier

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