Internatsschule Schloss Hansenberg

Zur Navigation springen

Aktuelles

artikel

Lehrer als Kumpel und die Gruppe als Freund

12. Juli 2004

Schöner lernen inmitten der Gemeinschaft / Oberstufengymnasium der Eliteschule Schloss Hansenberg feierte Abschluss des ersten Schuljahres

Johannisberg. (fwo) Wer in Schloss Hansenberg als Schüler aufgenommen wird, hat bessere Noten als „gut“ in den Hauptfächern, ist intelligent, hat soziale Kompetenz. Wer es mit einem guten Abiturzeugnis verlässt, hat mit Lehrern als Kumpel und der Wohngruppe als Freund Teamfähigkeit gezeigt, Verantwortung an den Tag gelegt und mehr an Leistung erbracht, als verlangt war.

Der Abschluss des ersten Schuljahres nach Gründung dieses Oberstufengymnasiums für besonders leistungswillige und leistungsfähige Schüler am 1. September 2003 wurde jetzt mit einem Schulfest begangen. Dank des wider Erwartens sonnigen Wetters konnte das landschaftlich reizvolle Ambiente des Parkgrundstücks als Freiluftterrasse dienen. Auf den Bänken ließ es sich gut verweilen, der Musik und den Songs von Markus Teichler, Eva Krockow, Jekaterina Markow, Patricia Bohland und Caroline Heinze, Anna-Maria Höhlein und Hanns-Hagen Goetzke sowie Dominik Pilat oder Gunnar Doobe und Moritz Weil lauschen. Flanieren ließ es sich ebenso gut übers Gelände, vielleicht zur Vorderfront des Schlosses und den grandiosen Ausblick ins Rheintal genießen. Genossen wurden Pfirsichbowle, Cr’zpes, Wraps, Wurst. Weg wie warme Semmeln ging die Schülerzeitung und der gebundene Jahresrückblick sowie ein ganz besonderer Tropfen: den ersten Jahrgang selbst gelesenen und ausgebauten Weines der Johannisberger Lage „Schloss Hansenberg“.

Als Besucher gekommen waren zum einen die Eltern der Schüler, die dieses erste Schuljahr – die 11. Klasse mit Überspringen von Klasse 10 – absolviert haben. Zum anderen „Novizen“, Schüler des neuen Schuljahres 2004/2005, die die Zugangsvoraussetzungen erfüllt hatten und aus der Zahl der Bewerber angenommen worden waren. Kenntlich an T-Shirts mit dem Logo ihrer Schule standen die Jugendlichen des ersten Jahrgangs freundlich und informationsfreudig Rede und Antwort auf Fragen der Art, „Na, wie ist es denn hier so?“.

„Toll, besonders das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Peter Czuppon. Er kommt aus Nidda und fühlt sich „relativ zufrieden“. Ihm gefällt, dass es in seiner neuen Klasse ruhiger zugeht als an seiner früheren Schule, dass die Klasse mit 17 Schülern kleiner ist. Von seinen Lehrern gut unterstützt fühlt sich Sebastian Sprenger aus Stralsund. Ihm gefällt deren kumpelhafte Art und das Leben in kleinen Gruppen.

„Wenn andere Leistung zeigen, bin ich hier im Unterricht aktiver, als ich es an meiner früheren Schule war“, entgegnet Lars Andersen (15) aus Kronberg auf die Frage, wie er das erste Jahr auf Schloss Hansenberg verbracht hat.

62 der 66 Schülerinnen und Schüler des ersten Jahrgangs, 33 Mädchen und 33 Jungen, wohnen im Internat, und dieses Gemeinschaftsleben „lässt ein Gefühl der Geborgenheit entstehen, fast wie in einer richtigen Familie“, heißt es im Schulprospekt. Im persönlichen Gespräch wird dies bestätigt, was auch heißt, Haushaltspflichten zu übernehmen und die eigene Familie nur alle drei Wochen beim so genannten Heimfahrwochenende zu sehen. Noch etwas länger von zu Hause fort sein werden die Hansenberg-Schüler, wenn sie vor dem Beginn der 12. Klasse ihr vier- bis sechswöchiges Auslandspraktikum ableisten.

Doch zunächst galt es jetzt, den Erfolg der eigenen Leistung zu feiern, das, was Schüler, Lehrer und Verwaltung zu Stande gebracht hatten. Elternsprecher Dirk Reischauer überreichte Pflanzen als Symbol des Wachsens und Gedeihens an Viktoria von Zitzewitz-Schänzer für Pflege und Fürsorge, einen 1987-er Riesling als Symbol für die Geburtsjahrgänge der gymnasialen Oberstufe an Schulleiter Wolfgang Herbst.

Der zählte die zahlreichen, von Schülern vorbereiteten Aktionen dieses Nachmittags auf, so die Versteigerung von Schülerarbeiten aus den Kunstworkshops zugunsten des Vincenz-Stiftes Aulhausen und des Bethanien-Dorfes Erbach. Bei den Kunstwerken war es darum gegangen, sich mit einem bekannten Werk auseinander zu setzen und es nach eigenen Ideen neu umzusetzen. Sarah Stark beispielsweise hatte sich vom suchenden Gesichtsausdruck eines Mädchens auf einem Bild Jan Vermeers inspirieren lassen.

Schloss Hansenberg ist eine Eliteschule, die Wert darauf legt, dass das Wort Elite sich auf Leistung bezieht und nicht Kaderschmiede für Finanzstarke meint. 300 Euro kostet der Internatsaufenthalt im Monat, förderfähig durch Bafög. Von der Sprüchewand vor dem Eingang mit vielerlei Weisheiten bleibt haften: „Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen“, soll Marilyn Monroe gesagt haben. Erich Kästner meint kurz und knapp: „Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln.“

Wiesbadener Kurier

Zurück zur Presse

Startseite · Übersicht · Impressum