Am 29. und 30. Mai verwandelte sich die Aula der Internatsschule Schloss Hansenberg in eine Bühne für zwei außergewöhnliche Theaterprojekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch beide zentrale Fragen des Menschseins berühren: Was gibt dem Leben Bedeutung? Und was treibt Menschen in Konflikte, Machtkämpfe und Leidenschaften?
„Nichts – Was im Leben wichtig ist“
Unter der Regie von Daniel Kegler präsentierte der DS-Kurs eine eindrucksvolle Inszenierung des Romans von Janne Teller. Das Stück konfrontiert das Publikum mit der radikalen Aussage des Schülers Pierre Anthon: „Nichts bedeutet irgendwas.“
Die Klasse reagiert mit einem erschütternden Experiment – sie beginnt, Dinge zu sammeln, die für sie Bedeutung haben. Doch je mehr sie opfern, desto grausamer wird das Spiel. Die Inszenierung zeigte eindrucksvoll, wie schnell Idealismus in Zwang und Gruppendruck umschlagen kann.
Mit minimalistischer Bühne, intensiver Körperarbeit und präziser Lichtgestaltung entstand ein beklemmendes, zugleich faszinierendes Theatererlebnis, das die Zuschauer zum Nachdenken über Werte und Verantwortung anregte.
„Die Ilias“ – Ein Projekt nach Homer
Der zweite Teil des Abends gehörte dem DS-Kurs der 12. Jahrgangsstufe unter der Leitung von Dr. Gerhard Müller, der Homers Ilias in einer modernen Textfassung von Martin Oelbermann auf die Bühne brachte.
Das Stück erzählt von der Belagerung Trojas, vom Streit zwischen Agamemnon und Achilles und von den großen Themen der antiken Welt: Ehre, Macht, Vergänglichkeit und menschliche Hybris.
Die Schülerinnen und Schüler interpretierten den klassischen Stoff mit zeitgenössischen Elementen – chorische Szenen, symbolische Bewegungen und eindrucksvolle Sprachbilder machten die antike Tragödie lebendig und aktuell. Besonders die Darstellung der inneren Konflikte zwischen Stolz und Mitgefühl verlieh der Aufführung emotionale Tiefe.

