Fr, 18.01.2019

Digitalisierung und digitale Transformation – Workshop mit Experten

 

Interdisziplinärer Workshop zum Thema „Digitalisierung und digitale Transformation“ 

Zwei Lobeshymnen standen sich am Ende des weit über dreistündigen Workshops zum komplexen Thema Digitalisierung gegenüber: „Ihr Zwei seid mit Sicherheit richtig große Ausnahmen in der Welt der Unternehmensberater. Denn solche interdisziplinären Querdenker kann sich nicht jede Firma leisten!“ „Ihr stellt absolut die genialen, richtigen Fragen. Ihr wisst ja gar nicht, welche Dramatik hinter euren großartigen Fragen steckt!“ So endete nach dem offiziellen Ende gegen 15.30 Uhr der Workshop, der dann doch noch weit bis nach 16.30 Uhr mit weiteren neugierigen Fragen einfach nicht enden wollte.

Robert Lindemann und Dr. Thomas Schäfer, aktuell beschäftigt bei KPMG Frankfurt, diskutierten mit etwa 15 Hansenbergern zum hoch komplexen Thema "Digitalisierung und digitale Transformation". Nach einer kurzen Selbstvorstellung der Gäste präsentierten sich einzelne Teams  zu Aufgaben und Lösungen in Jugend gründet, Deutscher Gründerpreis, und besonders das letztjährige und das aktuelle YES!- Team 2019.

Malin Zeitter und Nikolai Kowalski als Repräsentanten des achtköpfigen Teams 2018 im Wettbewerb YES! zeigten in Englisch ihre Businesspräsentation „Future Fund“ – Ein Konzept zur Digitalisierung in der Bundesrepublik 2019-2025“.

Schon hier ging es los mit differenzierten Diskussionen, z.B. zur Motivation zur Arbeit und Beschäftigung. Dr. Thomas Schäfer stellte seine Auffassung zur systemischen versus strategischen Transformation der Unternehmen bzw. der gesellschaftlichen Auswirkungen in den nächsten zwei Jahrzehnten vor. Sein Credo: Interdisziplinarität, Netzwerk-Denken, ethische statt rein ökonomische Grundhaltung, und ein One Company – One World-Ansatz seien der einzige Weg zu umfassenden Lösungen im Zuge der Digitalisierung. Nur so könne man den digitalen Wandel gestalten, der mit massiven Veränderungen der Arbeits- und Lebenswelt einhergehen werde.

Robert Lindemann startete mit der These: „Es gibt den digitalen Wandel, nur keiner will sich verändern!“ Das sei das Dilemma der Menschen in der Wirklichkeit im 21. Jahrhundert. Die Menschen blieben besonders in Deutschland „konservativ“, aber der schnelle Wandel werde sich nicht verändern. Sein Resümee: „Alles ändert sich, nur der Mensch hält an seinen Gewohnheiten fest.“

Im offenen Workshop mit den interessierten jungen Hansenbergern zum Thema „Digitalisierung und digitale Transformation“ diskutierten Robert Lindemann und Dr. Thomas Schäfer nachdenklich, aktiv zuhörend, und oft verwundert über die richtigen und scharfen Fragen der Jugendlichen aus E1 und Q1. Die Berater erläuterten grübelnd, wie stark insbesondere die „Führungskräfte“ und auch klassische Unternehmensberatungen von diesen Veränderungen betroffen sein werden. Dass es fast unmöglich sei, einerseits Mitarbeitern Vertrauen und Wertschätzung zu schenken, da andererseits die Zukunft ungewiss sei, weil der Grad der Automatisierung viele Tätigkeiten und damit auch jene Mitarbeiter in „gewissen Formen“ ersetzen werde. Dennoch seien Unternehmen bisher überwiegend nicht darauf ausgerichtet, dieses Problem zu lösen.

Es stellt sich somit auch die Frage der künftigen Führungsphilosophie und Organisationsstruktur, so die beiden Experten. Wie gehen wir neue Wege, ohne ins eigene Risiko zu gehen? Führungskräfte führten oft nicht. Sie könnten es auch nicht. Die Schwierigkeit zeige sich vor allem darin, dass viele Führungskräfte eher „Rück-Verwalter“ statt „Vorwärts-Manager“ seien. Sie wollten „alles richtig machen, aber niemals etwas Neues probieren“. Hier fehle eben die Fehler- und die Lobkultur in Unternehmen und Institutionen der Bundesrepublik. Nachdenkliche Gesichter auf allen Seiten.

Das Ende schließt sich der Einleitung an. Wir hatten alle den Eindruck, mit Dr. Thomas Schäfer und Robert Lindemann „zwei bunte Vögel“ aus der ansonsten eher grauen, trockenen Welt der „Buchhalter, Controller und Abhaker“ erlebt zu haben. Sie schienen uns auf dem Wege, neu zu denken, interdisziplinär, vernetzt, interkulturell, und eben eher „kreativ und bunt“. Auch die jungen, aktiven Teilnehmer aus den Wettbewerben zeigten sich aus Sicht der zwei Unternehmensberater als „Typen“, die eher auf dieser „kreativen Quer-Schiene“ dachten. Sie wurden daher ebenso wie die anwesenden Lehrer seitens der KPMG-Manager als „die wichtigen schrägen Vögel“ gesehen, die mit jugendlichem Elan die Zukunft vorwärts denken wollten.

Am Ende provozierten Dr. Thomas Schäfer und Robert Lindemann die Moral der Jugendlichen mit der These: Wer sich gegen das System stellen wolle, das mit Globalisierung und Digitalisierung noch komplexer und undurchschaubarer werde, müsse entweder 1. wahnsinnig selbstbewusst, oder 2. unglaublich dumm, oder 3. extrem klug sein. Der Mensch werde hier in Europa, anders als in kreativen Gegenden wie Silicon Valley in den USA, bei seiner Arbeit nicht glücklich werden. Aus sozialer Sicht und vor dem Hintergrund der gravierenden Veränderungen sei es jedoch unabdingbar, dass bestehende unternehmerische Systeme die Verzahnung mit der gesellschaftlichen Entwicklung herstellten. Und „Glück“, so fanden die beiden Wirtschaftler provokativ, sei das eigentliche Motiv des Menschen, nicht das Geld. Sondern die Neugier, die Freude an der sozialen Kooperation sei der Antrieb zur Beschäftigung, und der Antrieb zur Anstrengung für die jeweiligen Aufgaben.

Er hat wohl beiden Seiten sehr viel Freude gemacht. Dieser offene Workshop. Wiederholenswert!

Paul Rauh, und die YES!- Teams von 2018 und 2019.

 

Dieser Workshop war offiziell angemeldet als Event bei der „Gründerwoche des BMWi“

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20.12.2018, 23.02 Uhr

Quelle der Grafik, https://www.google.com/imgres?imgurl=https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/40/Digitale_Transformation.png/1200px-digitale_Transformation.png&imgrefurl=https://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Transformation&h=965&w=1200&tbnid=b2AOWUNYLfAOkM:&q=digitale+Transformation&tbnh=161&tbnw=200&usg=AI4_-kSqmfEGuogdCToGCZPCN8cSgCkDwg&vet=12ahUKEwjts_PYoK7fAhXOYlAKHQQyBi0Q_B0wG3oECAUQBg..i&docid=-laB4gxPYfIXCM&itg=1&client=firefox-b&sa=X&ved=2ahUKEwjts_PYoK7fAhXOYlAKHQQyBi0Q_B0wG3oECAUQBg

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