Fr, 07.06.2019

Darf der Staat Menschen töten? Rick Halperin stellt nachdenkliche Fragen über das Menschsein. Und gibt Antworten als überzeugter Menschenrechtler.

Der Appell von Rick Halperin war eindeutig und eindringlich: „Human rights are for everybody! There are no exceptions! And - you can not say „I didn´t know.“ Das Team Amnesty International und die Klasse Ea der ISH luden heute zusammen mit der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. zu einem besonderen Kolloquium ein.  Denn Rick Halperin, ein renommierter, leidenschaftlicher Menschenrechtler aus den USA, war auf Europatour zu Gast am Hansenberg. Und seine zweite zentrale Message war:  „You as the young people have to work hard to make the world more humane. To make a better Germany, a better Europe, a better world, based on human dignity!!!“

„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Diese Lehre aus dem deutschen Faschismus, so rief Rick Halperin im voll besetzten Schlegelraum den Schülern ins Gewissen, diese Lehre müssen wir immer wieder neu beherzigen und verteidigen. Und er sparte nicht mit Kritik auch am US-amerikanischen Straf-, Justiz- und Bildungssystem. Aber auch alle anderen Länder inklusive Deutschland wurden heftig kritisiert für die vielen, gewaltsamen Verletzungen der “Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte” der Vereinten Nationen von 1948. (Das Thema „Menschenrechte“ war Projektthema in Ethik zum 70. Geburtstag der UN-Charta am 13.12.2019, siehe Homepage-Eintrag).

Rick Halperin ist einer der prominentesten Gegner der Todesstrafe weltweit. In den USA ist er Professor für Geschichte in Dallas, Texas, mit Spezialgebiet Geschichte der Menschenrechte. Schon seit über 30 Jahren ist Rick Halperin Mitglied von amnesty international und war viele Jahre Vorstandsmitglied der US-Sektion. In diesem Engagement hat Prof. Halperin die “Texas Coalition to Abolish the Death Penalty” mit gegründet.

Seit Jahren verfolgt Rick Halperin Prozesse, in denen dem Angeklagten die Todesstrafe droht. Er reist viel, um über die Situation in den USA und anderswo zu informieren. Halperin ist derzeit wieder auf Europatour und machte Station auf dem Weg von Köln nach Stuttgart in Geisenheim. Sowohl Schüler als auch Lehrkräfte fanden, dieses Gespräch war eines der wichtigsten und aufrüttelndsten des Schuljahres. „Thank you, Prof. Halperin!“

Zu Beginn des nachdenklichen, kritischen Kolloquiums mit Rick Halperin stand jedoch eine Ehrung an. Gabi Uhl, Mit-Initiatorin dieses Termins, berichtete vom diesjährigen Weltkongress gegen die Todesstrafe in Brüssel, und dem damit verknüpften internationalen Kunstwettbewerb für junge Menschen. Aufgabe war, in einem Poster das Thema „Abschaffung der Todesstrafe“ so aufrüttelnd und anschaulich zu zeigen, dass auch Todesstrafen-Befürworter nachdenklich werden.

Durch die Vorsitzende der Initiative gegen die Todesstrafe e.V. Gabi Uhl wurden Lilli Arlt und Svenja Kannt  sowie Kunstlehrerin Ruth Sedo für ihren 1. Platz im Publikumspreis geehrt. (Siehe dazu auch den Homepage-Eintrag vom 01.03.2019)

Paul Rauh, Dr. Peter Mazanek, Christine Reichling, Michael Essig, Ruth Sedo

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