Internatsschule Schloss Hansenberg

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Business@school – Wirtschaftswettbewerb der Spitzenklasse

Oktober 2004 – Juni 2005

„Zuerst war ich nur neugierig und dachte das läuft wie bei der Wirtschaftwoche Oekowi, dann aber wurde es sehr spannend, und wirklich seeeehr arbeitsintensiv!“ Hannah Haberkern aus Klasse 12 a und „weibliche Führungskraft“ der Gruppe PetSearch (mit Fabian Herbst und Alexander und Julian Giessing – dem Autor unten stehenden persönlichen Berichts) bringt die Aufgaben und Herausforderungen des sehr anspruchsvollen Wirtschaftswettbewerbs der internationalen Wirtschaftsberatungsgesellschaft Boston Consulting Group BCG auf den Punkt.

Was aber ist Business@school? Business@school ist konzipiert für Schulen mit gymnasialer Oberstufe in Deutschland, Italien, Österreich und hohem Interesse an Wirtschaftsthemen und schulübergreifendem Austausch. Die Idee ist einfach aber genial: In drei Phasen werden komplexes Wirtschaftswissen und die Hansenbergischen Ideale „ganzheitliches Lernen an Kernkompetenzen“ vermittelt. Nur selbst erarbeitetes und erlebtes Wissen ist nachhaltig. Business@school kombiniert deswegen klassische Wissensvermittlung mit neuen Formen des selbständigen Lernens.

In 3 Phasen zunehmender Eigenständigkeit erarbeiten sich die Schülerinnen und Schüler ein Jahr lang in kleinen Gruppen inhaltliche Zusammenhänge und Schwerpunktthemen. Wie funktioniert ein Großunternehmen? (Phase 1). Wie positioniert sich ein regionales Kleinunternehmen? (Phase 2). Und wie entwickelt man aus einer eigenen Geschäftsidee einen guten Businessplan? (Phase 3). Die Ergebnisse der eigenen Recherchen werden am Ende jeder Themenphase den anderen Teams und einer Jury präsentiert. Gemeinschaftliches Erarbeiten und sportlicher Wettbewerb spielen neben selbständigem Wissenserwerb dabei eine wichtige motivatorische Rolle. Zum Abschluss der dritten Projektphase nehmen die Schulsiegerteams mit ihren selbst entwickelten Geschäftsideen teil an einem regionalen und bundesweiten Wettbewerb.

Der Verein Business@school e. V. der Boston Consulting Group ist seit 1999 tätig, es beteiligen sich im Jahre 2005 mehr als 1 200 Schülerinnen und Schüler in über 50 deutschen, italienischen und österreichischen Schulen am Projekt. BCG hilft mit Fachleuten aus der Wirtschaft und eigenen Coaches bei der Arbeit in den Gruppen intensiv mit.

“Wissen ist wichtig, Fähigkeiten und eigene Ziele sind aber entscheidend. Bei business@school spüren die Schüler, was sie aus eigener Kraft gemeinsam mit anderen erreichen können. Das macht Freude!“ Paul A. Rauh betreute mit Dr. Jörg Köhler die 5 Gruppen mit 26 Hansenbergern und brachten viel Engagement und Freude mit, aber brauchten auch viel Fleiß bei der Arbeit mit den Gruppen.

Die Ergebnisse werden im Rahmen von schulinternen, regionalen und bundes- und Europaweiten Abschlussveranstaltungen öffentlich vorgestellt und von einer Fachjury prämiert.

Im Jahre 2005 gewann die Gruppe PetSearch den 1. Siegerplatz und ist damit „Europameister“!
Die Erfinder von petSearch

Worum geht es bei Business@school:

Umsetzung der Projekte an der Internatsschule Schloss Hansenberg:

Persönlicher Bericht: Business@school. Von Julian Giessing
Kick-Off Meeting: Dienstag, 29. Juni 2004

25 interessierte Schüler (für einige vielleicht überraschend viele: immerhin 10 Schülerinnen und 15 Schüler) der Internatsschule Schloss Hansenberg fanden sich zum Kick-off Meeting für Business@school im Schlegel-Raum ein um Näheres über dieses Projekt zu erfahren.

Business@school ist ein einjähriges Wirtschaftsprojekt initiiert von der Boston Consulting Group. Es ist in drei Phasen gegliedert:

  1. Analyse eines börsennotierten Großunternehmens
  2. Analyse eines ortsansässigen Kleinunternehmens
  3. Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee

Alle drei Phasen enden mit einer Präsentation der Ergebnisse vor einer Jury. In der dritten Phase schließlich erfolgt ein Ausscheidungswettbewerb, der vom schulinternen Entscheid, über den zwei Runden umfassenden Landesentscheid bis zum wiederum aus zwei Runden bestehenden Europaentscheid führt. Unter uns 25 Schülern bildeten sich schließlich fünf Gruppen zwischen je vier und sechs Mitgliedern.

Phase 1: Montag, 11. Oktober 2004

Nachdem business@school über unsere vielfältigen Erfahrungen während des gerade erlebten Auslandspraktikums fast in Vergessenheit geraten war, machten wir uns nun mit einiger Verspätung schließlich an die Arbeit für Phase 1. Die Entscheidung für die zu analysierenden Unternehmen wurde meist recht schnell getroffen (BMW, Linde, Altana, Puma und Lufthansa). Doch als die jeweiligen Jahresabschlussberichte zugesandt worden waren, stellten wir bald fest, dass unsere bisherigen wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse zum Verständnis von Bilanz, GuV- und Cashflowrechnung nicht ausreichten. Entsprechend viel Arbeit musste also in die 1. Phase gesteckt werden, die als Grundlage für Phase 2 und natürlich für die von uns allen am meisten herbeigesehnte Phase 3 dient.

Schulpräsentation: Donnerstag, 2. Dezember 2004

Die Schulpräsentation der Phase 1: Nervös warteten wir auf die Bekanntgabe des Ergebnisses nach Ende der Präsentationsrunde unserer Ergebnisse zur Analyse des börsennotierten Großunternehmens. Letztendlich wurde die Gruppe Sympuls für ihre Darstellung der Linde AG verdient als Sieger ausgezeichnet. Alle Gruppen bekamen jedoch noch ein Einzelfeedback, in dem wir auf spezielle Fehler und zu verbessernde Stellen hingewiesen wurden. Schließlich möchte man natürlich Fortschritte verzeichnen!

Phase 2: Freitag, 20. Dezember 2004

Die erfolgreichen Präsentationen der 1. Phase hatten allen Teilnehmern wieder Lust gemacht, sich weiter ausgiebig mit Business@school zu beschäftigen und sind folglich auch zum Kick-off für Phase 2: Analyse eines ortsansässigen Kleinunternehmens erschienen. Zwar erschien uns diese neue Aufgabe „zu klein“ nach der Analyse eines börsennotierten Großunternehmens, doch steckte sie voller Herausforderungen ganz anderer Art, wie sich bald herausstellte. Die Suche nach einem zu analysierenden Unternehmen gestaltete sich deutlich schwerer, ist es doch nur verständlich, dass sich einige Firmen nicht gerne von Schülerinnen und Schülern in die Bücher schauen lassen. Doch glücklicherweise hatten wir alle doch kooperative Partnerunternehmen gefunden. Dies ging von der Bäckerei „Dietz“, der Werbeagentur „Gänssler und Partner“ über das Weingut „Gietz“ und das „Caffeehaus Moser“ bis zum Wäschegeschäft „Unter’m Rock“

QuattrA
Schulpräsentation: Freitag, 18. Februar 2005

Während die erste Phase relativ knapp entschieden wurde, vermochten hier auch wir Schüler den Sieger zu küren. Unser aller Vorahnung bestätigte dann kurz darauf die Jury, welche die Gruppe Fanta4 plus 1 mit ihrer Analyse von Unter’m Rock verdient als Sieger ausrief.

Die Gruppe Fanta4+1
Phase 3: Mittwoch, 2. März 2005

Nun begann endlich offiziell der Teil, auf den wir uns am meisten gefreut hatten: Die 3. Phase, die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee. Bereits vorher wurden in den Gruppen eifrig mögliche Ideen diskutiert und unzählige Kreativitätstechniken (Methode 6–3–5, Freewheeling, Brainstorming, Creative Writing etc.) angewandt um zu produktiven Ergebnissen zu kommen.

Schließlich war es auch jeder Gruppe gelungen eine Idee zur „Marktreife“ zu entwickeln, die ein großes Ideenspektrum widerspiegeln: Schlafkabinen an Flughäfen, Funkfernbedienung für die Haustür, Hörbuchverleih über das Internet, Ortungsgerät für Haustiere und Taschen zum Selbernähen waren Ausdruck des Hansenberger „think tanks“.

Schulpräsentation: Freitag, 22. April 2005

Der wichtigste Moment für die Teilnehmer bei Business@school war gekommen: Die schulinterne Ausscheidung für die Phase 3. „Wer darf ins Landesfinale nach Bad Nauheim?“ war die tagesbestimmende Frage. Hansenbergtypisch wurde erst einmal tief gestapelt und die eigenen Chancen klein gerechnet. Gleichzeitig wurde die „Hoffnung“ ausgedrückt doch bitte nicht zu gewinnen und damit noch weiter Arbeit und Zeit in dieses Projekt stecken zu „müssen“. Eigentlich wollte aber natürlich doch gerne jeder gewinnen und seine Idee weiter vertreten.

Nach einer langen Beratungszeit der Jury, die zwischen zwei Gruppen immer wieder schwankte, stand schließlich QuattrA und die Idee PetSearch (Ortungsgerät für Haustiere) als Sieger fest, da die finanziellen Voraussetzungen hier solider kalkuliert waren. Nach der nur zu gut verständlichen Enttäuschung bei den nicht ausgezeichneten Teams, konnten sich jedoch alle für die Sieger freuen und versprachen auch gleich Unterstützung bei der nun auf sie zukommenden Arbeit (auch das typisch Hansenberg), hatte die Jury im Feedback doch noch einige Verbesserungsvorschläge.

Die Gruppe QuattrA
Phase 4: Regionalentscheid Hessen – Mittwoch, 11. Mai 2005

Nun stand nach zweiwöchiger harter Arbeit der Regionalentscheid Hessen in Bad Nauheim für uns an. Die Präsentation war noch einmal in fast allen Bereichen grundlegend überarbeitet, lediglich unser erfolgreicher Präsentationsstil (jeweils Zweierteams stellen ein Thema vor) wurde beibehalten. Es galt jetzt zu Beginn die Vorrunde dieses Entscheids zu bestehen, um dann in der Hauptrunde noch einmal antreten zu können und bei einem Sieg ins Europafinale reisen zu dürfen. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie die Konkurrenz in diesem Entscheid sein würde und fuhren deshalb ohne (große) Erwartungen nach Bad Nauheim. Es stellte sich dann heraus, dass die Wettbewerber auf dem gleichen Niveau lagen wie die anderen Schülerteams von Hansenberg. Daher war die Freude groß als bekannt gegeben wurde, dass wir in die Hauptrunde eingezogen waren.

Unsere betreuenden Lehrer Herr Rauh und Herr Köhler waren jedoch genau wie unser Coach der Boston Consulting Group, Frau Kämpf-Dern skeptisch und dämpften unsere Erwartungen auf einen neuerlichen Sieg ebenso wie die der mitgereisten Schüler. Schließlich habe noch nie eine Schule, die erstmalig an Business@school teilnehme, auch nur die regionale Runde überstanden. Letztendlich war die Vorahnung unserer Mitschüler dann doch besser, die in „weiser“ Voraussicht während der Mittagspause schon zwei Flaschen Sekt gekauft hatten. Die große Freude über den Sieg in der Hauptrunde konnte so ausgiebig begossen werden und irgendwann ging auch die von einigen Teilnehmern anderer Schulen laut gewordene Kritik über die Hansenberger im allgemeinen Jubel unter.

Jedoch wich auch bei uns die Begeisterung bald einer sorgenvollen Mine, bedeutete dieser Erfolg doch wiederum ein ganzes Stück neuer Arbeit.

Die Erfinder von PetSearch
Phase 5: Montag, 20. Juni 2005 Europafinale in München

Der große Tag des Europafinales in München nahte. Der Abend zuvor wurde noch gemeinsam mit den anderen Teams urig im Münchner Hofbräuhaus begangen und Erfahrungen über business@school ausgetauscht, doch jetzt war jede Gruppe für sich allein und die Stimmung daher leicht gespannt. Unter dem Vorzeichen der bevorstehenden Präsentationsrunde(n) stand auch das „gemeinsame“ Mittagessen. Bei uns war der Hunger an diesem Tag nur wenig ausgeprägt, was sicherlich nicht nur mit dem Zeitdruck zu erklären ist, hatte doch Frau Kämpf-Dern noch einen Fehler im sachlogischen Aufbau der Präsentation bemerkt, den wir zumindest in der ausgedruckten Fassung noch korrigieren sollten. Der Vormittag war also alles andere als ruhig gewesen, schließlich mussten 20 mal 62 Folien neu ausgedruckt und zusammengeheftet werden (das Schleppen dieser 1 240 Seiten von Johannisberg nach München war also umsonst gewesen). Auch das Europafinale bestand wieder aus Vor- und Hauptrunde, welches für uns auch gleich schwer begann, denn gleich in der Vorrunde hatten wir gegen einen von uns als Favoriten ausgemachten Wettbewerber zu bestehen.

Da in alphabetischer Reihenfolge der Schulen präsentiert wurde, „durften“ wir als erste ran und waren daher auch als erste „erlöst“ und konnten so relativ entspannt den anderen Präsentationen folgen. Zu unserer Beruhigung waren auch die anderen Darstellungen nicht frei von Fehlern und unsere Sorgen wegen einer falsch beschrifteten Graphik erwiesen sich als unbegründet. Auch in diesem Vergleichsfeld konnten wir uns durchsetzen und während wir Schüler unserer Freude nicht gleich Luft machen konnten, ließ Herr Rauh ihr freien Lauf. Eher stille Genießer dieses überraschenden Erfolges waren Frau Kämpf-Dern, Frau von Zitzewitz-Schänzer und Herr Köhler. Erstere versuchte nun auch gleich uns nach ganz vorne Richtung Europasieg zu bringen und gab uns in einem kurzen Briefing weitere Verbesserungsvorschläge. Insgesamt hatten wir alle Siegerluft gewittert und wollten nun mehr!

In der Hauptrunde waren außer unserer Idee PetSearch auch die Ideen Petrus (Hilfssystem zum Türenöffnen) und CompoPower (Umwandlung von Pferdemist in Wurmhumus) vertreten. Es ist müßig zu sagen, dass sich die hochkarätig besetzte Jury mit ihrer Entscheidung schwer tat, hatten sich doch alle drei Teams in schwierigen Vorausscheidungen durchgesetzt, aber schließlich hieß auch hier der Gewinner „Internatsschule Schloss Hansenberg, PetSearch“! Gelobt wurden unsere solide Finanzstruktur und unsere überzeugende Präsentation, allerdings ging dies eigentlich im allgemeinen Freudentaumel unter.

Die gemeinsame Abschlussparty aller teilnehmenden Teams des Europafinales konnten die Schüler aufgrund der gelösten Stimmung dann richtig genießen (aber auch die betreuenden Lehrkräfte), so dass bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Für gute Stimmung sorgte neben den abwechslungsreichen Unterhaltungen nicht zuletzt das Freibier.

So schwer es auch ist, mein Fazit müsste wohl so lauten: business@school bedeutet viel Arbeit, da es mit einem hohen Zeitaufwand verbunden ist, viel Engagement erfordert und besonders in den Tagen vor den Präsentationen Stress erzeugt. Business@school bedeutet aber auch Teamwork, unzählige Erkenntnisse im wirtschaftswissenschaftlichen Bereich und große Sicherheit im Präsentieren. Natürlich auch mit dem Erfolg auf unserer Seite ist mein Fazit für business@school sehr positiv. Die Anstrengungen haben sich vielleicht nicht sofort und im Wettbewerb selbst ausgezahlt, doch gilt auch hier „life long learning“.

An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten gedankt, die zum Erfolg von PetSearch beigetragen haben: Frau Kämpf-Dern von BCG, Herr Rauh, Herr Dr. Köhler, Herr Deutschle und der Schulleitung

Julian Giessing, Klasse 12 a

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