Internatsschule Schloss Hansenberg

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Frühherbst am Hansenberg. Ein Stimmungsbild.

Herbststimmung

Es ist früh, knapp nach sieben Uhr, draußen ist es leicht kühl. Ich erwache nach kurzer, aber erfrischender Nacht, ein neuer Schultag auf dem Hansenberg beginnt. Das Wetter ist zwar noch etwas trüb und die Sonne noch nicht wirklich zu entdecken. Aber der fabelhafte Ausblick über die Weinberge mit einem leicht violetten Himmel und einem geheimnisvollen, leichten Nebel, der auch den Campus der Schule verschleiert, entschädigt für jede Müdigkeit und jeden Hauch von Stress, der hier meistens in der Luft liegt.

Ich erledige zügig meine Morgentoilette und schreite über den Campus, sehe auch andere zum Frühstück eilen, genieße die letzten Minuten vor dem Unterricht bei einem gemeinsamen Frühstück. Von allen Seiten werde ich gegrüßt und sehe bekannte, vertraute Gesichter.

Der Unterricht an diesem Vormittag vergeht wie im Fluge. Einige interessante Diskussionen, eine Gruppenarbeit, ein kleiner Vortrag, schön fleißig immer ins Heft mit schreiben – das alles vor der Kulisse der herrlichen Weinberge und dem immer heller werdenden Himmel – schon klingelt es zur Mittagspause.

Es duftet bereits im Foyer appetitlich nach guter Küche. In der Schlange zum Büfett unterhalte ich mich mit Klassenkameraden, Mitbewohnern, Lehrern bis ich vor der Wahl stehe, was ich denn heute mal nehmen möchte.

Anschließend an das Essen und einer Ruhepause steige ich wieder die letzten Stunden in Diskussionen, Partnerarbeit, Tafelanschrieb und Stillarbeit ein. Wieder werde ich von der Kulisse der – jetzt von der Sonne hell erleuchteten – Weinberge beeindruckt.

Ich sitze gerne auf der dem Fenster gegenüberliegenden Seite im Klassenraum. So sehe ich immer den Himmel über dem Rheingau, mit seinem unendlichen Farben- und Formenspiel. Das werde ich noch weitere zwei Jahre tun. Was wird mich noch alles bewegen? Was werde ich noch alles lernen? Was wird noch alles geschehen hier? Ich aber freue mich darauf. Ich bin neugierig. Ich will es wissen.

Was aber ist es, was mich so fasziniert, hier hält, hier einbindet? Es ist die für mich gelungene Kombination von anspruchsvollem, lebendigem Unterricht mit Diskussionen mit gleich Gesinnten, in der Schule und im Internat. Umrahmt von einer außergewöhnlichen Kulisse: Natur, Park, Campus, Schloss.

Und die für mich unglaubliche Gemeinschaft, die hier lebt, intensiv lebt. Jetzt, hier im frühen Herbst auf dem Hansenberg. Frühnebel, Sonnenschein, kühle Nächte, der Winter wird neue Bilder bringen. Ich möchte Schneeflocken vor dem Klassenzimmer tanzen sehen.

Eva Pusch, Kl. 11 (2005/2006)

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