Internatsschule Schloss Hansenberg

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Gemeinschaftsverhalten

Das Verhalten eines Menschen in einer Gemeinschaft ist äußert berechenbar und folgt strengen Gesetzen, wobei Ausnahmen die Regel bestätigen. Zur Darlegung wähle ich die Platzwahl in einer typischen Mensa oder Kantine, da diese Gesetze dort am Besten sichtbar werden.

Aus Erfahrung wird jeder bestätigen können, dass man sich in dieser Situation zu Gleichgesinnten setzen wird, der Hauptpunkt dieser Gesetze. Man will weder allein sitzen und sich der Aufmerksamkeit und dem Spott der Allgemeinheit aussetzen, noch in einer Gruppe Menschen, die einem feindlich gesinnt ist. Nach welchen Kriterien entscheidet man aber nun über seinen Platz?

In erster Linie wird sich der Mensch zu seinen Freunden, abgestuft nach der Intensität der Freundschaft bis hin zur Liebesbeziehung setzen, was einerseits aus freundschaftlichem Zwang, andererseits aber auch aus der Gewissheit geschieht, dort interessante und wohl gesonnene Gesprächspartner zu finden.

Sollte sich diese Möglichkeit nun aber nicht bieten, kommen weitere Kriterien an die Reihe. Nach Freunden kommt in der Reihenfolge jede Art von Bekannten, seien es nun Arbeitskollegen oder Mitschüler. Auch hier erfolgt eine Abstufung nach Zuneigung. Erst wenn auch diese Möglichkeit nicht besteht setzt man sich zu Fremden oder Respektpersonen, um wenigstens nicht alleine sitzen zu müssen.

Innerhalb dieser drei Gruppen gibt es aber noch die Unterteilung nach Geschlecht. Allein unter Frauen zu sitzen fällt vielen Männern schwer, deswegen wird ihre Wahl sich in erster Linie auf Männergruppen beziehen. Frauen fällt es leichter, sich zu Männern zu gesellen, aber auch nur, wenn es keine Frauengruppe gibt. Andernfalls wird dies von den anwesenden Frauen und Männern als anstößig oder unpassend verstanden, was auf umgekehrter Seite ebenso der Fall ist. Nach dem Geschlecht spielt vor Allem bei jüngeren Menschen das Alter eine wichtige Rolle. Man ist lieber unter Gleichaltrigen, dies ist eine anerkannte Tatsache. Nach dem Alter sucht man nach sonstigen Gemeinsamkeiten, etwa die Berufsgruppe oder Interessen. Das Alleinsitzen findet außer bei begründeten Tatsachen (Ruhe etc.) nur in sonst vollkommen leeren Räumen statt und bildet die letzte Möglichkeit.

Jeder Mensch folgt unbewusst obiger Reihenfolge, um einerseits eine möglichst interessantes, andererseits um ein möglichst sozial ungefährdetes Essen zu genießen. Und so ist das Gemeinschaftsverhalten des Menschen tatsächlich relativ berechenbar. Und das ist gut so!

Sebastian Dern, 12. Klasse (2006/2007)

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