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„ Einstein erklärte mir jeden Tag seine Theorie, und bei unserer Ankunft war ich schließlich überzeugt, dass er sie verstand.“
Chaim Weizmann über eine Transatlantik-Schiffsreise mit Einstein im Jahre 1921
Als ich mich nach einigen Jahren der Tätigkeit in der physikalischen Forschung entschied, noch einmal zu studieren und Lehrer zu werden, hatte ich neben hehren Vorstellungen über die Weitergabe meiner Begeisterung für Quanten und Co. vor allem im Sinn, weniger Zeit am Rechner zu verbringen und für den Erwerb meiner Brötchen nicht mehr nur über die seltsamen elektronischen Eigenschaften und Spinkorrelationen von irgendwelchen Samarium-Kobalt-Verbindungen nachdenken zu müssen. Das Zweitstudium für das Lehramt bot mir die einmalige Chance, ein weiteres Interessensgebiet intensiv zu beackern- schon immer war ich von alten Kulturen fasziniert, hätte liebend gern in Troja mitgebuddelt und alle möglichen alten Sprachen gelernt- nun saß ich als Doktor der Physik in Erstsemester-Vorlesungen über Vorsokratiker und deutsch-lateinischen Übersetzungsübungen und war geschockt, dass die Professoren die Vorlesung wirklich vorlasen. Es war eine komplett andere Kultur, aber auch diese Spezies Mensch habe ich bald sehr schätzen gelernt. Konnte ich mich doch bei den Physikern von den Altphilologen erholen und umgekehrt. Das anschließende Referendariat überstand ich geistig einigermaßen unbeschadet. Die Tatsachen des real existierenden Schullebens animierten mich auszuprobieren, ob ich meinen Kopf nicht durch einige der allseits aufgestellten Wände bekäme- es bestätigte sich aber lediglich, dass der Tunneleffekt auf Quantenobjekte beschränkt ist. Dagegen hatte ich bereits mit den Schülern meiner ersten Schule, in Sankt Afra zu Meißen, einer Internatsschule zur Förderung besonders begabter Schüler, enormes Glück- und bin dort gleichzeitig in meinen Ansprüchen geprägt worden. Nach Meißen sammelte ich weitere Erfahrungen in Schwäbisch Gmünd, Künzelsau und Heilbronn und versuchte dabei mein Glück bei Schülern extrem unterschiedlicher Begabung und Lernbereitschaft und in den eigenwilligsten Lernumgebungen. Um es abzukürzen: Schloss Hansenberg war für mich gewissermaßen eine Heimkehr. Jedenfalls scheint nunmehr meine obige Rechnung vollständig aufgegangen zu sein. Auf dem Hansenberg habe ich Umgang mit intelligenten, mehrdimensional denkenden Menschen, eine deutlich von praktischer Vernunft geprägte Arbeitsumgebung, beschäftige mich mit interessanten Themen, habe den bisher besten Blick aus einem Physikraumfenster und bekomme dafür sogar noch Geld. Nun, meine mittlere Verweildauer an einer Schule beträgt bisher 2,125 a. So wie es sich anlässt, könnte es gut sein, dass dieser Wert sich in mittlerer Zukunft signifikant nach oben verschiebt.
geboren 1963 in Elgersburg (Thüringen)
verheiratet, 4 Kinder
Lehrtätigkeit an Schulen
| seit 2010 | Internatsschule Schloss Hansenberg | |
| 2009–2010 | Freies Katholisches Bildungszentrum St. Kilian in Heilbronn | |
| 2008–2009 | Freie Schule Anne-Sophie in Künzelsau | |
| 2005–2008 | Landesgymnasium für Hochbegabte mit Internat in Schwäbisch Gmünd | |
| 2002–2005 | Sächsisches Landesgymnasium zur Hochbegabtenförderung mit Internat, Sankt Afra in Meißen |
Forschung und Lehre
| 1996–1998 | Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Max-Planck-Arbeitsgruppe „Stark korrelierte Elektronensysteme“ in Dresden und an der TU Dresden |
| 1995 | Forschungsaufenthalt an der 2. Universität von Rom „Tor Vergata“ |
| 1994 | Promotion im Fach Physik |
| 1990–1994 | Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Festkörperphysik und Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena |
Studium und Referendariat
| 2002 | Zweites Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien |
| 2000–2002 | Referendariat in Erfurt und Eisenach |
| 2000 | Erstes Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien |
| 1996–2000 | Studium der Klassischen Philologie in Dresden und Jena |
| 1990 | Diplom in Physik |
| 1985–1990 | Studium der Physik an der Universität Leipzig |